Geschichten aus dem Stall

Willkommen zu unseren kleinen Alltagsgeschichten.

Hier möchte ich kleine Begebenheiten, Gedanken und Geschichten erzählen, die meine Tiere und mich verbinden.

Wie Ziegen lernen- Teil 1

Ich habe 3 Kinder. Damit die von Anfang an wussten, ob der Strom bei den Ziegen an ist oder nicht habe ich einen knallgelben Eimer benutzt. Steht er über Kopf auf dem Weidezaungerät: Strom an. Steht er daneben: Strom aus.

Als meine Mädels ihre Lämmer hatten, hatte ich Bo für eine Zeit extra stehen mit Unterstand hinterm Stromzaun. Ihr ahnt es schon?
Das mit dem Eimer hat er fast so schnell verstanden wie die Kinder. An einem Abend habe ich vergessen den Strom anzuschalten, der Eimer stand daneben.

Aus einem Bauchgefühl heraus ging ich nochmal in der Dunkelheit in den Garten.

Wie ein helles Gespenst kam Bo mir lachend und frohlockend aus der Dunkelheit entgegengesprungen. Er hatte den Zaun nach oben geschoben und ist drunter durch zu einem Spaziergang aufgebrochen.

Das Weidezaungerät steht jetzt in einem weißen Eimer mit Deckel, egal ob an oder aus.

Wie Ziegen lernen- Teil 2

26.August 2025

die Äpfel fallen von den Bäumen, reif und schwer. Mehr als wir im Alltag verwerten können und für die Apfelsaftpresse ist es noch etwas früh.

Also bekommen ein paar die Ziegen in maulgerechte Happen geschnitten. Letztes Jahr zu dieser Zeit waren es noch drei (Maya, Mimi, Bo). Da war es mir ein leichtes die Äpfel fair zu verteilen, das Geschubse hielt sich sehr in Grenzen.

Jetzt sind es acht- und es wird geschubst, gedrängelt, an mir hochgestiegen. All das mag ich nicht, also üben wir. Ich laufe mit dem Eimer über die Wiese. Wer mir folgt ohne sich in meinen Weg zu stellen bekommt einen Apfel. Auch alle, die mit 4 Füßen am Boden stehen. Bo hat es sofort kapiert, es hat eine super feine Antenne für Körpersprache. Maya, die sonst sehr drängelig ist, wenn es ums Futter geht, guckt bei Bo und macht es nach. Dafür liebe ich Ziegen so. Sie lernen nicht nur vom tun, sondern auch vom sehen.

Nur Titus die Hüpfkartoffel hatte es soo schwer mit den Füßen am Boden zu bleiben. Waren zum Schluss die Äpfel fairteilt? Jein. Katie und Max haben sich als Rangniedrige nicht so nah ran getraut. Leer ausgegangen sind sie aber trotzdem nicht.

Der kleine Held: Wie ein Welpe den Tag rettete

25. August 2025

Meine Ziegen sind, solange das Wetter es zulässt draußen auf der Wiese. Also etwa ab Mitte Mai, bis es im Herbst anfängt nass zu werden.

Wenn ich also morgens früh zur Weide komme, liegen die Ziegen unter den Bäumen, oder schon in der Sonne und lassen es gemütlich angehen.

Heute morgen erwartete mich ein eher untypisches Bild: Alle Ziegen munter und auf den Beinen, als ob die Ahnung von Herbst in der Luft, sie schon gelockt hat. Meckernd liefen sie mir entgegen und während ich mich um Heu und Wasser kümmere, geht hinter mir das Gerenne los.

Bo als „Aufrührer“ des morgens beginnt, meckernd, um den Ausguckhügel zu rennen- und alle hinterher. Wer oben steht verteidigt den Platz mit den Hörnern, bis er oder sie mit einem Haken wieder abspringt und sich dem Gerenne Richtung Tisch, dort hinauf, dann wieder hinab, anschließt.

Ich muss lachen. So viel Lebensfreude und Dynamik an diesem frischen Montagmorgen mit einem Gruß von Herbst.

Ich lasse mich anstecken, renne selber eine Runde über die Weide, 4 Ziegen kommen mit. Ich lache noch mehr und die Ziegen grinsen zurück.